Südtirol – keineswegs auf dem Holzweg

Die nördlichste Provinz Italiens ist geprägt von Bergen und Tälern – und viel Wald. Was die findigen Südtiroler alles mit Holz anstellen ist beeindruckend. Die Palette reicht von Architektur und Design über Waldwellness bis hin zu Waldessen

Bern, im Februar 2019 Die Wälder Südtirols sind Lebensraum für Pflanzen und Tiere sowie beliebte Erholungsgebiete für Einheimische wie auch Gäste. Der Rohstoff Holz hatte seit jeher eine grosse Bedeutung im Südtirol. Zum Beispiel in der Architektur. Auch heute ent-stehen zahlreiche neue Hotelstrukturen aus Holz. Traditionsverbunden und gleichzeitig innovativ, haben die Südtiroler den Rohstoff Holz längst auch für Design und Lifestyle entdeckt. Aber auch die Wälder erhalten eine ganz neue Bedeutung, wenn es um Waldwellness geht. Sei es beim Waldbaden, wo man zwischen den Bäumen neue Kraft tankt, in einer Waldsauna im Schutz der Bäume oder bei einer Wohlfühlanwendung in Form eines Baumri-tuals. Der Waldtrend geht aber noch weiter – im Südtirol gibt’s sogar Waldessen.

«Der eigentliche Therapeut ist der Wald» meint Martin Kiem, Südtirols einziger Natur- und Waldtherapieführer. Er bietet Waldbaden an, das zurzeit in aller Munde ist. Was aber steckt hinter dem Trend? Der bewusste und intensive Aufenthalt im Wald stärkt nachhaltig Körper und Geist und hilft, die natürliche Balance wiederzufinden und Stress abzubauen. Die lichten Laubwälder, hochgelegenen Zirben- und weitläufigen Fichtenwälder im Südtirol schaffen eine ideale Atmosphäre fürs alpine Waldbaden. Die Vitalpina Hotels haben Waldbaden ebenfalls in ihr «Loslasser-Programm» aufgenommen.

Von der Kraft der Bäume wie Zirbe, Latsche, Lärche oder Fichte lebt auch das Arboris Baumritual im neuen Baumhotel My Arbor: Mit Hilfe eines Anamnesebogens findet man seinen Baum-Typ heraus. Das individuell abgestimmte Wohlfühlprogramm enthält ein duftendes Ganzkörperpeeling, gefolgt von einem Saunagang, einer 50- oder 80-minütigen Massage und völliger Entspannung im Kuschelnest.

Die Ruhe des Waldes und die erholsame Wärme der Sauna sind eine wahre Wohltat für Körper und Seele. Einige Hotels im Südtirol haben ihr Wellnessprogramm mit einer Waldsauna ergänzt. Im Schutz des Waldes lässt es sich vorzüglich entspannen. So in der Waldsauna der Hotels Fallenbach im Passeiertal, Miramonti und Viktoria in Hafling sowie im Petrus in Reischach am Kronplatz.

Südtiroler Künstler sind schon längst aufs Holz gekommen – der wertvolle Rohstoff ist nicht nur wohltuend sondern auch hübsch anzusehen. Davon zeugen die Skulpturen aus Kastanienholz von Lothar Dellago. Wahre Kunststücke vollbringt der Holzschnitzer Hubert Pezzei mit der Motorsäge: Seine Arbeiten reichen von geschnitzten Bildern, über Dekoratio-nen bis zu Holzkreationen als Gebrauchsgegenstände. Als «Work in Progress» kann man den Skulpturenpark Val dl'Ert bezeichnen. Die erworbenen Skulpturen aus den letzten Ausgaben des Landart Kunstwettbewerbs SMACH ergänzen die Dauerausstellung im Ladinischen Künstlertal. Das Holz richtiggehend zum Klingen bringen die Instrumente aus Klangholz von Bachmann Tonewood.

Im Südtirol hat sich eine regelrechte Designwelt rund ums Holz gebildet; auf ihre heimatverbundene und charakteristische Art bringen Südtiroler Designer extravagante und stilvolle Produkte «made in Südtirol» hervor. Das kreative Label Embawo ist bekannt für seine innovative Nutzung des Rohstoffes Holz im Bereich Lifestyle, Mode und Accessoires. Echte Hingucker sind die Handtaschen aus Holz im neuen Shop in Brixen. Der bekannte Designer Harry Thaler steht für Design an der Grenze zur Kunst. Der Südtiroler ist massgeblich an FATAMAN beteiligt, ein Produkt-Design-Projekt, um die Handwerkskunst im Gadertal über die Grenzen hinaus zu fördern. Die Zusammenarbeit mit dem Designer war unerlässlich für den Entwicklungsprozess.

Holz ist ein prägendes Element der Südtiroler Architektur – seit jeher wird hier der umweltfreundliche Rohstoff zum Bauen benutzt. In der Hotellandschaft Südtirols tut sich unglaublich viel; es entstehen zahlreiche neue Hotelstrukturen aus Holz. Eingebettet in die sanfte Umgebung von Wäldern und Wiesen, bietet das Bed & Breakfast Gailerhof seit 2018 romantische Zimmer und Suiten mit Sauna und Ausblick in die Natur. Das Holz für den Umbau stammt aus dem eigenen Wald. Der Blaslahof wartet im Gsiesertal mit stilvollen Ferienwohnungen und Chalets aus heimischen Hölzern wie Zirben, Lärchen oder Fichte. Ganz ohne Leim und Metall wurde das Hotel Schönblick mit dem Massivholz-Bausystem holzius gebaut. Zu den Highlights des Hotels Waldhof in Völlan gehört sein idyllischer Waldpark. Das Naturhotel Waldruhe ist ein Designhotel mit Dolomitenblick – gebaut aus lokalen Baumaterialien wie Lärchen- und Fichtenholz. Viel Wert auf Nachhaltigkeit legt das Naturhotel Rainer im Jaufental. Besonders zu empfehlen: die neu eingerichteten Zirbenzimmer aus den Zirben vom eigenen Wald und mit selbst gedrächselten Möbelstücken.

Wie der Wald schmeckt, erfährt man bei Theodor Falser – der Sternekoch nimmt seine Gäste mit auf eine kulinarische Reise und offenbart den Geschmack der Natur in all ihren lukullischen Facetten. Die meisterhaften Gerichte, die im Gourmet-Restaurant Johannesstube serviert werden, basieren auf erlesenen Zutaten. Blühendes, Duftendes und Gutes aus den Welschnofner Wäldern und Wiesen wird zur wahren Kochkunst auf dem Teller. Völlig neue Geschmackserlebnisse auf sternegekröntem Niveau.

sticky-btns.Diese-Seite-teilen
Newsletter abonnieren